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Andreas Zeising

Radiokunstgeschichte. Bildende Kunst und Kunstvermittlung im frühen Rundfunk der 1920er bis 1940er Jahre

Böhlau Verlag
675 Seiten, 145 Illustrationen
ISBN: 978341251222

Trotz der oft beklagten »Einsinnigkeit« wurde das Medium Radio seit 1924 in vielfältiger Weise für die Vermittlung von bildender Kunst und Kunstgeschichte genutzt. Als Zeitgeistmedium, das unterschiedslos »an alle« adressiert war, erschien es als geeignetes Instrument, um auch bildungsferne Schichten an bürgerliche Hochkultur heranzuführen. Mit Kursen, Ausstellungsberichten und Reportagen erwies sich Radiokunstvermittlung als Erfolgsmodell. Gemessen am Adressatenkreis war das Fach Kunstgeschichte zu dieser Zeit womöglich so populär wie nie zuvor.
Im Schnittfeld von Fachhistoriografie, Mediengeschichte und historischer Bildungsforschung argumentierend, zeigt die Untersuchung, wie Radiokunstgeschichte sich im Spannungsfeld von Unterhaltung und Belehrung verortete, welche ideologischen und volkserzieherischen Absichten an sie herangetragen wurden und wie sich Kunstvermittlung
im akustischen Medium in der Praxis gestaltete.

Aus dem Inhalt: Sehgewohnheiten. Die Kunstgeschichte und ihre Bilder | Das multiplizierte Ohr. Rundfunk zwischen Utopie und Kontrolle | Kulturedukation und Identitätspolitik. Kunst-geschichte  im frühen Bildungsfunk | Avantgarde und populäres Medium. Die Novembergruppe im Berliner Rundfunk | Mit den Ohren sehen. Wandel im Berliner Rundfunk seit 1927 | Progression und Beharrung. Die Rundfunkmoderne der Weimarer Republik | Televisionen | Figurationen des Übergangs. Die Rundfunkreform 1932 | Weltanschauung statt Belehrung. Radiokunstgeschichte nach der ›Machtergreifung‹ | Täter im Geiste. Die »Mitternachtssendungen« im Frankfurter und Berliner Rundfunk 1933–35 | Kunst der Gegenwart im NS-Rundfunk der Umbruchzeit 1933/34 | Die Radiowerbung der Berliner Museen nach 1933 | Lenkung und Langeweile. Kunstgeschichte im NS-Radio 1935–37 | Die »Tage der Deutschen Kunst« im Rundfunk 1933–38 | Kunstgeschichte im frühen Fernsehen. Eine Spurensuche | Am Ende. Radiokunstgeschichte als Durchhaltepropaganda | Quellendokumente | Register

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